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Genua

Genua (ital. Genova, im ligurischen Dialekt Zena, wie Genf von genu = „das Knie“ abgeleitet) ist mit 611.476 Einwohnern im Stadtgebiet (30. April 2005) und ca. 800.000 Einwohnern als Agglomeration (2004) die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und der Region Ligurien im nordwestlichen Italien an der Küste des Mittelmeeres.


Genua: Altstadt

Genua besitzt eine der größten Altstädte in Europa. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie zunehmend dem Verfall preisgegeben - nicht nur, weil aufgrund gravierenderer wirtschaftlicher Probleme (Niedergang des Hafens und der Werften, Arbeitslosigkeit, Abwanderung) das Geld zur Erhaltung fehlte, sondern auch, weil zunehmend weniger Genuesen dort wohnen wollten. Heute wird die Altstadt daher vor allem von nordafrikanischen Einwanderern dominiert, wodurch besonders abends und an den Wochenenden eine bunte, fast heitere Multikulti-Atmosphäre in den engen Gassen herrscht, die nachts jedoch nicht ungefährlich sein können.
Erst im Vorfeld des Kulturstadtjahres 2004 tat sich einiges. Der alte Hafen westlich der Altstadt wurde in den 1990er Jahren vom Stararchitekten der Stadt, Renzo Piano, grundlegend umgestaltet - u. a. wurde nach langer Zeit ein angemessener Übergang von der Altstadt zum alten Hafen geschaffen. In der Altstadt selbst wurden unzählige Palazzi restauriert. Die Hauptachse der Altstadt, die Via di San Lorenzo, wurde verbreitert. Trotz all dieser restauratorischen Bemühungen ist die Altstadt von Genua aber ein lohnendes Ziel für Fans des "morbiden Charmes" geblieben. Bei einer Altstadtwanderung ist von der kleinen, architektonisch überaus gelungenen Piazza Mateotti bis hin zur beängstigend engen, von Prostituierten frequentierten und nach Urin und Müll stinkenden Gasse für jeden Geschmack etwas dabei. Einen kontrastreichen Gegensatz zur mittelalterlichen Altstadt bilden Patrizierhäuser und prunkvolle Paläste in den zwei sogen. Strade nuove aus dem 19. Jahrhundert. In der Via Garibaldi und der Via Balbi mit ihren protzigen Palästen, Innenhöfen und Gärten wird der ganze Reichtum vergangener Zeiten als See- und Finanzmacht Europas deutlich - allen voran der Palazzo Ducale aus dem 13. Jahrhundert, welcher sich allerdings nicht in einer dieser beiden Straßen befindet. In der Via Garibaldi befinden sich auch die wichtigsten Kunstmuseen der Stadt, der "Palazzo Rosso" und der "Palazzo Bianco", in der Via Balbi hingegen das Hauptgebäude der Universität von Genua.
Wehrhafte Befestigungsanlagen zeugen von der wechselvollen Geschichte der früheren Seerepublik. Einst war Genua von einer kilometerlangen, durchgehenden Mauer auf den Bergrücken oberhalb der Stadt umgeben. Von ihr sind heute noch ganze Abschnitte sowie ein Großteil der Forts zu besichtigen.
Wahrzeichen der Stadt ist die Lanterna. Der 117 Meter hohe Leuchtturm steht im Westen des alten Hafens und ist seit Jahrhunderten Orientierungspunkt für Seefahrer. Die Lanterna, und die umliegende Umgebung, kann heute auch leicht zu Fuß auf einer "Passeggiata" (Spazierweg) erreicht werden, den die Provinz Genua gebaut hat und in der Nähe der Fähren-Terminals beginnt. Die Besichtigung der Lanterna (bzw. des Museums in der Lanterna) ist am Wochenende und an Feiertagen möglich zwischen 10 und 19 Uhr. Während der Woche mittels Anmeldung unter der Telefonnummer: 010 910001.



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