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Venedig: Informationen turism Venedig


Venedig

Venedig [ve'ne?d?ç] (ital. Venezia [ve'n?t?si?a] resp. venezianisch Venexia oder Venessia [ve'nessi?a]) ist eine Stadt im Nordosten Italiens an der adriatischen Küste, Hauptstadt der Region Venetien und der Provinz Venedig. Am 31. Dezember 2004 hatte die Stadt rund 271.200 Einwohner, davon 176.505 auf dem Festland, 31.393 innerhalb der Lagune und 63.353 im historischen Zentrum.


Venedig tourismus

Die Stadt ist eines der beliebtesten touristischen Ziele in Europa. Berühmt ist sie vor allem für ihre besondere Lage im Wasser, ihre bewegte Geschichte, aus der zahllose bis heute erhaltene Kunst- und Bauwerke hervorgegangen sind, sowie für den Karneval in Venedig. Venedig steht auf der UNESCO-Liste der schützenswerten Kulturdenkmäler des Kontinents.
Diese Stadt zieht jährlich alleine schon ca. 14 Mio. Besucher an (Der Spiegel 50/2001, S. 188), doppelt so viele wie Rom, und dürfte damit die am meisten besuchte Stadt des internationalen Tourismus sein. Zum Vergleich: 13 Mio. reisen jährlich nach Mallorca, 70 Mio. nach Frankreich. Nirgendwo in Italien ist das Übernachten so teuer wie in Venedig. Selbst Frühstücks-Pensionen kassieren 200 Mark und mehr pro Nacht – schrieb der SPIEGEL im Dezember 2001. Ein Cappuccino auf dem Markusplatz kann bis zu 12 Euro kosten; eine einstündige Gondelfahrt ohne Gesang 75 Euro.
Dieser immense Touristenstrom in Venedig hat 1999 zu einer ungewöhnlichen Aktion der Stadtverwaltung geführt: man warnte in Plakaten vor Venedig. Diese auf den ersten Blick unverständliche „Werbemaßnahme“ gegen die eigene Stadt basiert auf der Erfahrung, dass die meisten Touristen nur einige Stunden in der Stadt bleiben, ihre eigene Verpflegung mitbringen, Postkarten verschicken, Hektik und Müll produzieren und dann wieder verschwinden, mit anderen Worten: der Stadt außer Belastung wenig einbringen.
Diese damals neue Plakataktion von Oliviero Toscani, der durch spektakuläre Benetton-Kampagnen bekannt geworden ist, warnte mit drastischen Fotos von Ratten, verschmutzen Kanälen und verfallenden Palästen vor den häßlichen Seiten Venedigs, um diejenigen Besucher abzuschrecken, die eine Postkartenidylle erwarten. Der Erfolg dieser Aktion ist ungewiss, denn der Mythos Venedig dürfte auch damit kaum zu erschüttern sein.


Venedig


La Giudecca
Neben der Insel San Giorgio Maggiore liegt die Insel „La Giudecca“ - im 19. Jahrhundert eines der beliebtesten Wohnviertel der in Venedig lebenden reichen Ausländer.
Sie hieß ursprünglich ‚Spinale’, bzw. Vigano nach dem Namen, den man in frühester Zeit dem Canal della Giudecca gegeben hatte, oder Spina lunga (langer Dorn) aufgrund ihrer lang gestreckten Form. Der Name wurde in der älteren Literatur in der Regel von Giudeo (= Jude) abgeleitet und man vermutete, dass hier ursprünglich eine jüdische Bevölkerung ansässig war. Dies ist jedoch nicht durch Quellen zu belegen. Der Name wurde vielleicht von Zudegà, dem venezianischen Wort für Giudicati, Verurteilte abgeleitet.

Venedig Lido
Der Lido di Venezia ist der mittlere Teil der von Chioggia bis Jesolo reichenden Nehrung und schließt die Lagune zur Adria hin ab. Im 19. Jahrhundert entwickelte er sich zum mondänen Seebad mit luxuriösen Hotels und einem Spielcasino. Als Schauplatz von Thomas Manns Tod in Venedig fand er Eingang in die Literatur.

Venedig Laguneninseln
Zu den wichtigsten Inseln der venezianischen Lagune gehören die Glasmacherinsel Murano, das kleinere Burano, Torcello mit seiner romanischen Kirche, weiter Sant'Erasmo und Vignole sowie die Friedhofsinsel San Michele.

Mestre und Marghera
Marghera und die Industriestadt Mestre auf dem Festland sind ebenfalls Stadtteile Venedigs, obwohl sie im Grunde eigene Städte sind. Eine Trennung von Venedig ließ sich bisher jedoch nicht durchführen. Beide sind durch die petrochemische Industrie geprägt und werden die „hässlichen Schwestern“ Venedigs genannt.


Venedig stadtstruktur

Venedig ist eine Stadt im Wasser. Sie wurde auf Millionen von Eichen-, Lärchen- und Ulmenpfählen gebaut, die man in den sandigen und schlammigen Untergrund rammte. Je höher und schwerer die Häuser waren, um so sorgfältiger musste der Boden vorbereitet werden. Man hatte früh entdeckt, dass sich unter der Schlammablagerung fester Lehmboden, der caranto, befand, und dass sich auf Pfählen, die man in diese Schicht hineinrammte, hohe Gebäude errichten ließen. Dazu benutzte man die Stämme von Bäumen aus dem benachbarten Istrien. Die vorbereiteten Stämme wurden durch Bänder, Öl und Teer miteinander verbunden und auf diese Weise konserviert.
Die Zwischenräume wurden mit Lehm verfüllt. Auf dieser ersten Ebene ruhte der sog. Zattaron, eine Art Ponton aus zwei Schichten von Lärchenbohlen, die mit Backsteinen befestigt wurden. Auf den Zattaron stützen sich die Grundmauern und schließlich das oberirdische Mauerwerk. Nur diejenige Bodenfläche eines Hauses wurde mit Baumstämmen abgesichert, auf die tragende Mauern aufgesetzt wurden. Solange die Stämme luftdicht von Wasser umgeben waren, wurde der Verfall des Holzes verhindert. Die Bauten selbst wurden, um Gewicht zu sparen, mit leichten, hohlen Tonziegeln, den mattoni erbaut. Um die Illusion von Marmor oder istrischem Stein zu erzeugen, wurden Wände bei Bedarf mit einem besonderen Putz versehen.
Um eine ungefähre Vorstellung davon zu geben, wie viele Stämme als Grundlage für größere Gebäude nötig waren: die Rialtobrücke ruht angeblich auf 12.000, der Campanile von San Marco auf 100.000 Stämmen. Die Kirche Santa Maria della Salute steht auf rund 1,1 Millionen Pfählen. Die Angaben in der Literatur zur Anzahl der verwendeten Stämme gehen allerdings auseinander, da sich eine genaue Zahl heute kaum noch ermitteln lässt.
Viele venezianische Kirchen und Paläste sind in schlechtem baulichen Zustand und müssten dringend renoviert werden, um sie vor einem endgültigen Zerfall zu bewahren. Gründe dafür liegen zum einen in dem seit Jahren steigenden Wasserspiegel, der viele der unteren Geschosse unbewohnbar macht. Zum anderen liegt es daran, dass seit dem Ende der Republik Venedig die seit Jahrhunderten üblichen sorgfältigen Pflegemaßnahmen an Bauten und Kanälen vernachlässigt wurden. Das Strömungsverhalten von Ebbe und Flut wurde zusätzlich durch das Ausbaggern tiefer Fahrrinnen für die Überseeschiffe, die den Hafen von Venedig ansteuern, ungünstig beeinflusst, so dass Fundamente unterspült wurden. Eine Reihe von Häusern und Palästen fiel dadurch in sich zusammen.
Immer weniger Menschen wollen auf Dauer in der Stadt leben; schätzungsweise 30 Prozent der Wohnungen stehen leer.

Straßen und Plätze
Neben unzähligen Gassen, Gässchen, Sackgassen, Durchgängen und Uferstreifen, die als calli, salizzade, rughe, liste, rami, sottoporteghi, rii terrà und fondamenta bezeichnet werden, sowie Plätzen (campi) und Plätzchen (campielli) gibt es in Venedig auch eine strada (Strada Nova) und drei vie (Via 25 aprile, Via Vittorio Emanuele und Via Garibaldi) in der Stadt. Nur der Markusplatz wird piazza (Platz) genannt, der Platz mit dem Busbahnhof heißt piazzale Roma. Viele dieser Verkehrswege haben als Namen die Bezeichnung der ehemaligen, dort ansässigen Gewerbe, bzw. Berufsvereinigungen.
CalleDie Straßen haben besondere Namen. Die Hauptstraßen „rughe“ (vom französischen „rue“) und die „salizade“ von „selciate“, d.h. die ersten mit richtigem Pflaster, sind in ihrer Anzahl begrenzt. „Cale“ oder „calle“ werden die engeren Straßen genannt, und „fundamenta“ heißen die Straßen längs der Kanäle, die auch als Fundament für die Bauten dienen. „Lista“ ist das Stück Weg in der Nähe der wichtigen Paläste und der Botschaften, die eine besondere Immunität genossen. Die „Mercerie“ sind die Straßen mit den Geschäften (merce = Ware), die „rive“ (Ufer) verlaufen längs der Seitenkanäle, sind oft auch nur Treppen, die zum Wasser hinunterführen. Die „rii tera“ sind die aufgeschütteten Kanäle, die „rami“ (Zweige) kurze Straßen, die von einer calle oder einem campiello ausgehen. Der „campo“ ist der Platz, an dem eine Kirche steht, ein größerer Freiraum, der früher Gemüsegarten oder Weideland für die Pferde war. „Campiello“ ist der von Häusern umgebene Platz, auf den die calli münden, „corti“ sind die Innenhöfe der Häuser. „Paludo“ erinnert daran, dass diese Gegend früher versumpft war, anstelle der „pissine“ befanden sich Teiche, wo man baden und fischen konnte. Das „sotoportego“ geht unter den Häusern durch und verbindet calli, campielli und corti.

Kanäle
Venedig besitzt ca. 175 Kanäle mit einer Gesamtlänge von ca. 38 km. Noch heute werden sie in erheblichem Umfang für den Warentransport genutzt. Wasserbusse (vaporetti) wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt. Für ihren Betrieb zeichnet heute die städtische Verkehrsgesellschaft ACTV (Azienda del Consorzio Trasporti Veneziano) verantwortlich.
Das Wasser in den Kanälen stand früher einmal nicht still, sondern hob und senkte sich alle sechs Stunden wie bei jeder Stadt am Meer. Der Gezeitenunterschied betrug allerdings nur 60 cm. Durch ein sehr raffiniertes, aber auch personalintensives System von Wasserregulationen wurde eine ständige Zirkulation gewährleistet, die die Stadt und das Wasser auch reinigte. Heute ist das Wasser der Kanäle aus mehreren Gründen kaum mehr in Bewegung - abgesehen von der wechselnden Höhe der Hochwasser.
Die Kanäle waren ursprünglich ausgelegt auf ca. 1,85 Meter Tiefe. Seit der Zeit der Dogen wurden sie nicht mehr gereinigt, d.h. seit dem ausgehenden 18. Jh. Es sammelte sich natürlich Schlamm an bis zu einer Tiefe von einem Meter. Das führt nicht nur zu einem unangenehmen Geruch, besonders wenn der Wasserspiegel sinkt. Sondern schlimmer ist, dass dadurch die alten Kanalisationsanlagen blockiert werden. Die Kanäle verlieren ihre reinigende Wirkung und die Schadstoffe bleiben im Schlamm, obwohl es Vorrichtungen an den Häusern gibt, um die Kanäle zur Reinigung absperren zu können. [2]
Die Regulierung des Wassers, der Flüsse und Kanäle wurde in der Anfangszeit Venedigs zu einer lebenswichtigen Aufgabe der aufstrebenden Kommune und förderte die Ausbildung einer effektiven Verwaltung.
Scalzi-BrückeNicht weniger wichtig als die Kanäle sind die - angeblich - vierhundertvierundvierzig Brücken von Venedig. Bis 1480 waren diese aus Holz, später wurden sie durch Steinbrücken ersetzt. Die meisten Kanäle kann man als Fußgänger nur überqueren, nicht begleiten. Über den 3,6 km langen, so genannten Ponte della Libertà (Brücke der Freiheit) für KFZ und Eisenbahn ist die Altstadt an das Festland angebunden.

Verkehr
Venedig ist vor allem eine Fußgängerstadt. Autoverkehr ist nicht vorgesehen. Im innerstädtischen Bereich wird der Lastentransport zu Land mittels Handkarren (carrelli) durchgeführt. Diese haben aufgrund der vielen Brücken eine besondere Form. Die Last ruht vorwiegend auf der Hauptachse, die vorderen Stützräder dienen dazu, den Karren über die Tiefe der nächsthöheren Stufen solange vorwärts zu schieben, bis die Räder der Hauptachse auf den vorhergehenden, niedrigeren Stufen aufgesetzt werden können. Die Transporteure (facchini, trasportatori) machen sich mit lauten Rufen wie "atension" oder "gambe" oder "ocio`-cio`-cio`" bemerkbar und entwickeln mit ihren Lastkarren eine beachtliche Geschwindigkeit. Die ebenfalls ausgestoßenen Flüche bleiben wegen ihrer Deftig- und Eindeutigkeit besser unübersetzt.
Um die Belästigung des Fußgängerverkehrs so gering wie möglich zu halten, verfügte die Stadtverwaltung, dass diese „carrelli a mano“ eine Breite, inklusive der Achsen, von höchstens 80 Zentimetern haben dürfen. Weiterhin müssen die Karren mit Gummibereifung, sowohl an der Hauptachse als auch an den vorderen Stützrädern ausgerüstet sein. Die facchini sind verpflichtet, die Lastkarren mit größter Vorsicht zu handhaben, um Schäden an Personen oder Sachen zu vermeiden. Im Bereich der Laubengänge rund um den Markusplatz ist die Benutzung der Lastkarren untersagt. In der Zeit zwischen 10 Uhr und 13 Uhr sowie ab 20 Uhr bis 5 Uhr des folgenden Morgens ist der Transport mit den Karren in bestimmten Straßenzügen rund um den Markusplatz (z.B. Mercerie, Frezzerie) verboten. Die Karren müssen eine Tafel mit Angabe über den Eigentümer und dessen Wohnsitz tragen. Der Transport von über die Breite des Karren hinaus stehende Lasten ist ebenso untersagt, wie das Parken der Karren auf den öffentlichen Wegen, auch während der Nachtstunden.

Wasserverkehr
Das bekannteste Verkehrsmittel Venedigs ist die Gondel, die allerdings fast nur noch dem Tourismus dient. Für den öffentlichen Personennahverkehr gibt es Vaporetti (Wasserbusse), Traghetti (Gondelfähren) und Wassertaxis (Motorboote). Die Vaporetti fahren in einem dichten Liniennetz auch die Nachbarinseln und das Festland an. Die Traghetti überqueren an acht Stellen den Canal Grande und bringen ihre Fahrgäste stehend von der einen Uferseite auf die andere. Dieser Pendeldienst ist nötig, da bisher nur drei Brücken über den Canal Grande führen.

Lagunenpolizei
VaporettoFür Motorboote ist eine Höchstgeschwindigkeit vorgeschrieben, die in der Regel respektiert wird.
Es gibt in Venedig rund 100 private Motorboote, die Denkmalschützer am liebsten verbieten würden, weil sie mit ihrem Wellenschlag die Substanz der Häuser zusätzlich gefährden. Hinzu kommen die Taxiboote und Hotelboote. Im August 1995 haben die Gondelfahrer den Canal Grande blockiert, um gegen den hohen Wellenschlag der Motorboote zu protestieren. Doch nicht nur der Wellenschlag ist ein Problem. Die hochtourigen Schrauben reichern das Wasser mit Sauerstoff an und tragen so zur Bildung von Fäulnisbakterien bei, die die Holzfundamente langsam zersetzen. Im November 2001 ist von der italienischen Regierung der ‚Notstand’ für Venedig ausgerufen worden. Danach sollte das Umweltministerium entschlossene und rasche Schritte zur ‚Rettung Venedigs’ ergreifen können. Neben den gondole und vaporetti gab und gibt es noch eine Unzahl von traditionellen Wasserfahrzeugen. Allein der Bauart sandoli sind Typen wie il ciosòto, lo s´ciopon, il buranelo, la sanpierota, il puparin, la mascaréta zuzuordnen. Der Familie der Gondeln gehören la barchéta da tragheto, gondolin, gondolon, dodesona, disdotona, balotina und mussin an.

Bahn
In Venedig gibt es zwei Hauptbahnhöfe: Venezia Santa Lucia als Kopfbahnhof auf der Insel sowie der Knotenbahnhof Venezia Mestre im gleichnamigen Festlandsstadtteil, dem sich westlich ein stillgelegter, aber noch für den örtlichen Güterverkehr benützter Rangierbahnhof anschließt.

Geplante U-Bahn
Unter Bürgermeister Paolo Costa wurde zuletzt die Schaffung einer U-Bahn-Linie mit direktem Ausstieg auf dem Markusplatz und Murano forciert. Costas seit April 2005 amtierender Nachfolger, der Philosoph Massimo Cacciari, misst dem Projekt hingegen keine hohe Priorität bei, so dass mittelfristig nicht mit dem Bau einer Metro zu rechnen ist. Allerdings hat man mit dem Bau einer vierten Brücke über den Canal Grande begonnen, derzeit (2005) sind die Verankerungen an beiden Ufern zu sehen. Die Brücke wird den Piazzale Roma mit dem Uferstreifen (Fondamenta S.Lucia) östlich des Bahnhofs Santa Lucia verbinden.



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