loading ...Die Lidi di Comacchio oder Lidi Ferraresi ist eine Sammelbezeichnung von sieben Strandbädern an der italienischen Adriaküste, östlich von Comacchio, in der Provinz Ferrara, alle sind Fraktionen der Gemeinde Comacchio. Sie umfassen 149 gewerblich betriebene, Bagni (bagno, italienisch: Bad) genannte Strandbetriebe, die zum Teil auch Restaurants beherbergen. Wegen ihrer großen flächenmäßigen Ausdehnung und der intensiven touristischen Nutzung während der Sommermonate zählen die sieben Badestrände zu den wichtigsten der Adria. Die einheimische Bevölkerung der sieben Strandorte umfasst etwa 5.000 Personen.
Die Badeorte im einzelnen
Die sieben Lidi haben sämtlich breite Sandstrände, an denen sich von privaten Dienstleistern betriebene Bagni aneinanderreihem. Zwischen diesen gewerblich genutzten Strandfächen, an denen Sonnenschirme und Liegestühle gemietet werden können, gibt es freie Stranbereiche, in denen es Badegästen erlaubt ist, ihren eigenen Sonnenschirm aufzuspannen.
Lido di Volano [Bearbeiten]
Lido di Volano ist der zuletzt für den Tourismus erschlossene Badestrand. Der nach dem Po-Mündungsarm ‚Po von Volano‘ (Po di Volano) benannte Ort grenzt an einen schattigen Pinienwald von etwa 20 Hektar Größe, der sich für ausgedehnte Spaziergänge eignet. Der ruhige Ort wird besonders von Familien mit Kindern geschätzt.
Lido delle Nazioni
Lido delle Nazione ist neben Porto Garibaldi und Lido degli Estensi einer der drei größten Badorte der Lidi di Comacchio. Hier gibt es breite Straßen, viel Grün und zahlreiche Einkaufsmöglickeiten. Die Strände sind bequem von der Uferpromenade aus zu erreichen und bieten mit Rutschbahnen, Schaukeln und Süßwasser-Schwimmbecken viele Spiel- und Unterhaltungsmöglichkeiten für Kinder. Für erholungssuchende Erwachsene stehem Massageinstitute und ein Thermalbad zur Verfügung, in dem Bromjodtinktur-Wasser zum Einsatz kommt.
Zu dem Ort gehört das künstlich angelegte salzhaltige Binnengewässer Lago delle Nazioni, in dem Aale und Meeräschen leben und auf dessen Oberfläche Blässhühner, Zwergtaucher, Eisvögel und andere Vogelarten anzutreffen sind. Auf dem Gewässer finden häufig Wassersport-Veranstaltungen aller Art statt. Es hat sich eingebürgert, dort alljährlich die italienischen Triathlon-Meisterschaften auszutragen.
In Italien gilt Lido delle Nazioni als ein geschichtsträchtiger Ort, weil hier – an einer ‚Pialazza‘ oder ‚Pialassa‘ genannten Stelle – am 3. August 1849 der italienische Volksheld und Staatsgründer Giuseppe Garibaldi mit seinem Schiff landete, auf dem sich auch seine im Sterben liegende Lebensgefährtin Anita befand. Mit ihr versteckte er sich in der Garibaldi-Hütte (Capanno Garibaldi), einem ehemaligen Gartenhäuschen, das noch heute erhalten ist und besichtigt werden kann.
Lido di Pomposa
Der Ort ist nach der in der Nähe liegenden Abtei von Pomposa benannt, einem ehemaligen Benediktinerkloster, das im Mittelalter ein bedeutendes kulturelles Zentrum mit europaweiter Ausstrahlung gewesen war. Lido di Pomposa entstand auf einer Rodungsfäche, auf der zuvor ein meerseitig an Dünen angrenzender, prächtiger Pinienwald gestanden hatte. Dessen Rodung und die Einebnung der Dünen hatten Naturfreunde beklagt, darunter auch der Schriftsteller und Dichter Giosuè Carducci, der schreibt: „dileguanti vie su la marina tra grigie arene e fise acque di stagni“ (längs der Küste zwischen grauem Sand und stehenden Teichwassern verschwindende Wege).
Nicht weit entfernt begann der antike Eliceo-Wald, ein Gebiet, in dem Rosé-Wein angebaut und gekeltert wird, der von den Einheimischen gerne zu Fisch- und Aalspeisen getrunken wird.
In der Nàhe des Ortszentrums befinden sich einige modern ausgestattete Feriendörfer, die mit allem Komfort für Touristen ausgestattet sind. Der Ort eignet sich gut für erholungssuchende Familien mit Kindern.
Lido degli Scacchi
Bevor dieser zwischen Porto Garibaldi und Lidi di Pomposa gelegene Badeort erbaut wurde, stand hier eine Gruppe schlichter Häuser am Meeresufer. Von der Strada Romea aus führten einige schattige Alleen zum Meer. Im Zuge des Ausbaus der Ansiedlung zum Badeort wurde das Verkehrsnetz um die ‚Acciaioli‘-Panoramastraße und einige andere Straßen erweitert, doch ist vom alten Baumbestand vieles erhalten geblieben.
Am Ort gibt es Restaurants, Geschäfte, Anlagen für Sport und Spiel, einen großen Platz für Konzertveranstalungen und auch eine Diskothek.
Porto Garibaldi
Porto Garibaldi ist aus einem Fischereidorf am Magnavacca-Kanal (Canala Magnavacca) hervorgegangen, das sich allmählich zum Hafen entwickelte. Früher gab es an der Hafeneinfahrt eine Festung mit zwei Wehrtürmen. Ursprünglich hieß der Ort Magnavacca, nach einem der beiden Wehrtürme der Festung. Durch Gemeinderatsbeschluss der Gemeinde Comacchio (Commune di Comacchio) vom 13. April 1919 wurde der Ort zu Ehren des italienischen Staatsgründers Giuseppe Garibaldi in Porto Garibaldi umbenannt. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Hafenanlagen und benachbarte Gebäude einschließlich der Kirche vollständig durch alliierte Fliegerbomben zerstört. Der Hafen wurde jedoch bald wieder neu aufgebaut. 1949 erhielt Porto Garibaldi weiter vom Hafen entfernt eine neue Kirche; sie hat bisher keine Orgel.
Porto Garibaldi zählt neben dem Hafen von Goro zu den wichtigsten Fischereihäfen der nördlichen Adria. Der Hafen ist über den Canale Navigabile, der von Schiffen bis zu einer Größe von 1.350 BRT befahren werden kann und der an Comacchio und Ostellato vorbeiführt, landeinwärts mit dem Po di Volano verbunden. Im Vergleich zu Goro gilt der Hafen als beträchtlich ausbaufähiger. Der von Fischkuttern angelieferte Fisch wird am Hafen direkt in Kühlwagen umgeladen und landesweit verschickt oder kurzfristig in einem Kühlhaus zwischengelagert. Der Hafen hat außerdem Anlegeplätze für touristische Ausflugsboote, mit denen organisierte Rundfahrten in der Region des Podeltas unternommen werden können, und für Boote, die für den touristischen Hochsee-Angelsport ausgerüstet sind. Der Hafen wird außerdem von Segel- und Motoryachten genutzt.
Porto Garibaldi verfügt über eine alte Infrastruktur mit zufriedenstellenden Dienstleistungsangeboten für Einheimische und Touristen. Es gibt eine Reihe von Einzelhandelsgeschäften, mehrere Supermärkte und Restaurants. Einmal pro Woche findet ein großer Wochenmarkt statt. Am Ort sind mehrere Ärzte niedergelassen.
Am nördlichen Ortsausgang ist ein weitläufiges Strandgebiet freigelassen worden, das nicht an kommerzielle Strandbad-Betreiber verpachtet wurde und in dem Badegäste ihre eigenen Sonnenschirme aufspannen dürfen.