loading ...Der Vicosee (italienisch Lago di Vico auch Lago Cimino genannt, in der Antike lacus Ciminius) ist ein Vulkansee in der mittelitalienischen Region Latium. Er liegt nordwestlich von Rom und südöstlich von Viterbo, umgeben von der felsigen Hügelkette der Monti Cimini mit dem Monte Fogliano (965 m) und dem Monte Venere (851 m) als ihren höchsten Erhebungen.
Laut einer antiken Sage entstand der See, als der mythologische Held Herakles zum Beweis seiner Kraft mit seiner Keule ein Loch in den Boden schlug. Eine gigantische Fontäne Quellwasser sei hervorgetreten und habe das Loch überschwemmt. In Wirklichkeit ist der Lago di Vico - wie der Lago di Bolsena, der Lago di Bracciano und die übrigen Seen der Campagna Romana - vulkanischen Ursprungs. Nach den letzten Eruptionen vor ca. 100.000 Jahren füllten sich die Krater nach und nach sowohl mit Grund- als auch mit Regenwasser.
Bereits in der Antike - mutmaßlich durch die Etrusker, vielleicht aber auch erst durch die Römer - wurde ein unterirdischer Kanal gebaut, um den Wasserspiegel um ca. 20 m abzusenken. Fest steht, dass dieser Tunnel bereits vorhanden war, als die Via Cassia angelegt wurde. Zuvor hatte der Lago di Vico nach Berechnungen annähernd die doppelte Fläche und war der Monte Venere wahrscheinlich eine Insel im See. Erst die Entwässerung machte eine Nutzung der fruchtbaren Ebene rund um den See, die den Bergketten vorgelagert ist, für Landwirtschaft und Viehzucht möglich.
Nach der Eroberung des Römischen Reichs durch die Langobarden gehörte der Lago di Vico territorial seit dem 8. Jahrhundert zum Kirchenstaat. Unter den päpstlichen Regenten der Farnese im 16. Jahrhundert wurde der antike Kanal restauriert. Seit 1870 gehört der Lago di Vico zum italienischen Nationalstaat.